Berlin, 12. März 2026
Rohstoffpreise nicht künstlich nach oben treiben
Angesichts der jüngsten Entwicklungen bei den Rohölpreisen sieht der GKV keinen Spielraum für drastische Preissteigerungen durch Kunststoff-Hersteller für Neuware. Der Verband verweist darauf, dass bestehende Verträge einzuhalten sind und die Anforderungen an „höhere Gewalt“ rechtlich eng gefasst sind.
„Die Rohstoffpreise dürfen nicht künstlich nach oben getrieben werden, wenn die Marktindikatoren bereits wieder in die andere Richtung zeigen“, erklärt Dr. Oliver Möllenstädt, GKV-Hauptgeschäftsführer. Die europäischen Hersteller von Primärkunststoffen hätten bereits in den zurückliegenden zwei Jahren deutlich unter ihrer Produktionskapazität produziert. Angesichts der absehbaren Entwicklungen im Nahen Osten sei es unverständlich, warum einige Kunststofferzeuger offenbar keine ausreichende Vorsorge zur Bedienung bestehender Lieferverträge getroffen hätten.
Der GKV warnt zugleich davor, Preiserhöhungen mit angeblicher „Force-Majeure“ zu begründen. In den bislang bekannten Fällen seien die rechtlichen Voraussetzungen einer höheren Gewalt nicht erfüllt. Verarbeitern wird geraten, entsprechende Mitteilungen ihrer Lieferanten sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls zurückzuweisen. „Ein abgestimmtes Verhalten der Rohstofferzeuger werden wir nicht hinnehmen. Sollte sich ein solcher Verdacht erhärten, werden wir ohne Zögern die Kartellbehörden einschalten“, so Möllenstädt weiter. Verarbeiter können in vielen Anwendungsbereichen auch auf Kunststoffrezyklate ausweichen – laut Angaben mehrerer Recycler ist die Versorgungslage stabil. Engpässe sind derzeit nicht zu erwarten.
Der GKV ist die Spitzenorganisation der deutschen Kunststoff verarbeitenden Industrie. Als Dachverband bündelt und vertritt er die gemeinsamen Interessen seiner Trägerverbände und agiert dabei als Sprachrohr gegenüber Politik und Öffentlichkeit.
Die Kunststoff verarbeitende Industrie ist mit einem Jahresumsatz von 68,2 Mrd. € und 307.221 Beschäftigten in 2.906 Betrieben einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige in Deutschland.
Die vorwiegend mittelständisch geprägte Branche zeichnet sich durch hohe Innovationskraft und eine vielfältige Produktpalette aus. Kunststoffe werden zu Verpackungen, Baubedarfsartikeln, technischen Teilen, Halbzeugen, Konsumwaren und vielen anderen Produkten verarbeitet.
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Sylvia Maria Zerling
Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V.
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