• Vorprodukte erneut als Taktgeber
  • Rollover überwiegen bei der Mehrzahl der Sorten

PE: Der Rollover beim Vorprodukt Ethylen gab den Takt auch für die Polyethylen-Qualitäten vor. Aufgrund der Ferien schlossen einige Verhandlungen früh im Monat, die Preise für die Mehrzahl der berichteten Typen blieben unverändert. Die Ordertätigkeit verweilte auf niedrigem Niveau. Ein deutlicher Einbruch blieb jedoch aus, nicht zuletzt, weil einige Verarbeiter ihre Chance wittern und die Bestände mit günstigem Material etwas auffüllen. Zu Materialengpässen dürfte es nicht kommen, auch wenn Erzeuger weiter ihre Anlagen drosseln. Der anhaltende Zustrom an Importen gleicht das aus.

PP: Am Markt für Polypropylen verlief der Juli 2025 ohne nennenswerte Preisbewegungen. Nach dem neuerlichen Rollover des Vorprodukts Propylen wurden auch die PP-Preise in der Regel auf dem Vormonatsniveau fortgeschrieben. Nur in wenigen Fällen konnten Verarbeiter den Anbietern minimale Preisanpassungen nach unten abringen. Die ohnehin schon flaue Nachfrage erhielt einen zusätzlichen Dämpfer durch den Beginn der Urlaubszeit. An dieser Gemengelage dürfte sich im August nicht viel ändern – auch weil nach dem geringen C3-Rückgang im August (-10 EUR/t) wohl lediglich leichte Abschläge zu erwarten sind.

PVC: Im Juli bewegten sich die Notierungen von PVC allesamt seitwärts. Ausschlaggebend dafür war der erneute Rollover des Vorprodukts Ethylen. Die Erzeuger hielten an ihren deutlichen Drosselungen fest. Zudem wurde eine Anlage für Wartungsarbeiten abgestellt. Dennoch wurden Kontrakte durch die Bank erfüllt. Wenig Bewegung, kaum neue Impulse: Für August sind keine wesentlichen Marktveränderungen zu erwarten. Die maue Auftragslage treibt so manchem Verarbeiter tiefe Sorgenfalten auf die Stirn. Die Quartalszahlen der Erzeuger zeichnen derweil ein klares Bild: tiefrot sind die Zahlen.

PS: Die Preise für Styrolkunststoffe gaben im Juli 2025 den vierten Monat in Folge nach. EPS-Dämmstoffe markierten den niedrigsten Stand seit Januar, Polystyrol war so günstig wie seit zwei Jahren nicht mehr, und ABS Spritzguss war sogar so billig wie zuletzt im Februar 2021. Doch so rechte Freude darüber wollte bei keinem aufkommen, weder bei Anbietern noch bei Verarbeitern. Denn die Mengen ließen zu wünschen übrig, und auch die Margen stimmen nicht. „Gegenwärtig verdient niemand Geld“, klagte ein Teilnehmer der KI-Preisumfragen. Ähnlich mau dürfte sich der Markt im August präsentieren, wenn die Hochphase der Urlaubszeit den ohnehin schon schwachen Bedarfen einen zusätzlichen Dämpfer verpasst. Da die SM-Referenz zudem um 35 EUR/t nachgab, werden sich auch die Styrolkunststoffe im August sicherlich noch einmal leicht verbilligen.

PET: Der europäische PET-Markt zeigte sich im Juli 2025 regional zweigeteilt. Im Süden Europas ließ die Hitzewelle den Bedarf an Getränken und damit an PET hochschnellen. Im Norden dagegen blieb die Nachfrage sehr schwach. Insgesamt sind alle Lager in der Wertschöpfungskette gut gefüllt. Die PET-Hersteller reagierten mit nochmaligen Drosselungen der Produktion. Für den August sind weder angebots- noch nachfrageseitig irgendwelche Impulse in Sicht. Im Gegenteil erwarten die meisten Beteiligten nochmals nachlassende Kaufaktivitäten, da die Lager für alle Eventualitäten ausreichend gefüllt sind.

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