• Günstigerer Kontrakt und mehr Aufträge
  • Notierungen nur leicht unter Druck
  • Steigender Bedarf im Februar erwartet

PE: Die Preisentwicklung des Ethylenkontrakts im Januar (-25 EUR/t) spielte bei vielen Verhandlungen nur eine untergeordnete Rolle. Erzeuger wollten ihre Margen korrigieren und bekamen dabei Rückenwind von einer überraschend regen Ordertätigkeit. Bei vielen Sorten wurden Abschlüsse zwischen Rollover und in der Spitze +70 EUR/t gemeldet. Preisabschläge gab es nur noch bei HD-Typen. Durch die Drosselungen etlicher Anlagen gestaltete sich der Markt balanciert. Zu verspäteten Auslieferungen kam es nur aufgrund von Logistikproblemen. Auch auf Nachfrageseite ließ ein überraschend starker Auftragseingang aus den Abnehmerindustrien in der zweiten Monatshälfte die Verarbeiter vielerorts zufrieden in das Jahr starten. Hinzu kamen Lagerauffüllungen und Nachholeffekte aus dem Vorjahr. Für den Februar planen die Erzeuger mit einem optimistischen „Auf, auf, weiter rauf!“. Gestützt wird ihr Vorhaben dabei von einem Ethylenkontrakt, der preislich um 15 EUR/t auf 1.095 EUR/t zulegte, sowie einer balancierten Marktlage.

PP: Der Propylenkontrakt vergünstigte sich zu Jahresbeginn um 30 EUR/t. Da vielerorts die Auftragslage leicht anzog, konnten Erzeuger bei einigen Abschlüssen Teile der Kostenabschläge einbehalten. In Einzelfällen wurde auch ein Rollover fixiert. Trotz geplanter wie ungeplanter Anlagendrosselungen war die Versorgungslage am Markt unbeeinträchtigt: Das Überangebot war deutlich zu spüren, was einige Erzeuger zu Sonderdeals greifen ließ, um überhaupt Material abzusetzen. Wie geht es im Februar weiter? Der Propylen-Kontrakt wurde um 15 EUR/t fester bei 965 EUR/t fixiert. Da mehrere Produktionsanlagen in Europa von Problemen geplagt sind, dürften Erzeuger in der Lage sein, die gestiegenen Kosten weiterzugeben. Gleich mehrere Linien fielen Ende Januar aus. Da auch wenige Importe angelandet werden, wird der Markt aller Voraussicht nach deutlich balancierter ausfallen. Die Produktionstage legen etwas zu, womit die Bedarfe steigen.

PVC: Der Jahresauftakt am PVC-Markt verlief ruhig. In der ersten Januarhälfte kamen die Verhandlungen nur schleppend in Gang, frühe Abschlüsse waren vielfach von Rollover geprägt. Im weiteren Monatsverlauf belebte sich die Marktaktivität etwas. Zugleich gab das Preisniveau nach. Gegen Monatsende setzten sich überwiegend Vereinbarungen durch, die eine anteilige Weitergabe des gesunkenen Ethylenkontrakts (-25 EUR/t) berücksichtigten. An der Angebotslage änderte sich wenig. Mit Blick nach vorn dürfte der gestiegene Ethylenkontrakt (+15 EUR/t) die Diskussionen im Februar prägen. Die Talsohle scheint erreicht. Erzeuger werden Forderungen nach höheren PVC-Notierungen im Februar in den Markt geben. Die Angebote aus Übersee waren zuletzt wieder preislich unattraktiv, und die Nachfrage scheint allein schon durch mehr Produktionstage etwas zuzulegen.

PS: Der Start in das neue Jahr 2026 gestaltete sich ähnlich wie der Ausklang des alten: gemächlich. Die Nachfrage blieb verhalten, zumal viele Akteure erst in der zweiten Januar-Woche die Produktion wieder aufnahmen. Und auch preislich ging es eher ruhig zur Sache, nachdem die Styrol-Referenz lediglich um beschauliche 21 EUR/t nach oben ging. Der leichte Kostenanstieg wurde in der Folge bei Polystyrol in der Regel weitgehend komplett eingepreist, während dies bei EPS nur anteilig oder oftmals auch überhaupt nicht erfolgte. Zwar wird die Nachfrage nach Styrolkunststoffen weiterhin eher verhalten bleiben. Aber bei den Preisen wird es mehr Bewegung geben, da die Styrol-Referenz für Februar um 120 EUR/t in die Höhe schoss. Für Polystyrol und EPS könnten sich somit dreistellige Aufschläge abzeichnen. Bei ABS werden die Anhebungen hingegen wohl etwas niedriger ausfallen, da die Kostenanstiege von Butadien und ACN geringer ausfielen als derjenige von Styrol.

PET: Im ersten Monat des neuen Jahres 2026 kam Bewegung in den europäischen PET-Markt. Die asiatischen PET-Exportpreise zogen an. Zugleich sorgten Streitereien in den europäischen Häfen für Verzögerungen bei den Importauslieferungen. Angesichts der konsolidierten europäischen Produktion befürchteten größere Abnehmer stärker steigende Notierungen in den nächsten Monaten. Sie deckten sich daher vorsorglich mit Übermengen ein. Damit stieg die Nachfrage auf ein für den Zeitpunkt normales Niveau an, obwohl die Endmärkte nach wie vor keine großen Impulse setzten. Vor diesem Hintergrund gelang es den Anbietern je nach Ausgangsniveau, Anhebungen im noch moderaten Bereich durchzusetzen. Die Versorgungslage wirkt weiterhin tendenziell prekär.

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