• Der Markt bleibt überversorgt – und die Nachfrage am Boden
  • Bestenfalls bewegen sich die Notierungen seitwärts

PE: Im Oktober wollte mancher Erzeuger zusätzliche Mengen loswerden und ließ sich auf Preisrücknahmen ein. Dabei verschärfte sich die Konkurrenz durch günstige Importe. In der Folge setzten die Notierungen ihre bisherige Abwärtsbewegung fort – trotz des Rollovers beim Vorprodukt Ethylen. Abrufe blieben trotz günstigerer Preise mau. Materialvorkäufe waren noch nicht zu beobachten, da viele Einkäufer in Erwartung weiter fallender Preise nur das Nötigste abnahmen. Der Preisverfall dürfte sich im November noch beschleunigen. Der Markt blieb aufgrund großer Importmengen weiterhin überversorgt. Von einer Erholung der Nachfrage ist seitens der Verarbeiter allerdings nicht die Rede. Die Ordertätigkeit bleibt angesichts der mauen Konjunktur gering. Nur wenige spielen mit dem Gedanken Bestände aufzustocken – angesichts der Ungewissheit der Entwicklung im Q1 2026.

PP: Der Rollover des Vorprodukts Propylen reichte nicht aus, die Preise für Polypropylen im Oktober 2025 stabil zu halten. Weil die Nachfrage zwar etwas anzog, aber weiterhin generell schwach blieb, und weil Produzenten vor dem Jahreswechsel allzu hohe Bestände vermeiden wollten, räumten die Anbieter in der Regel leichte Preisnachlässe ein. Für den November stellen sich alle Marktakteure hingegen auf weitere Preisabschläge ein. Denn die Kontraktnotierung für Propylen fiel um 25 EUR/t, und an dem C3-Rückgang werden sich mangels anderer Impulse auch die Preise für Polypropylen orientieren.

PVC: In den meisten, wenngleich nicht in allen Verhandlungen, sorgte der Rollover des Vorprodukts Ethylen für eine Seitwärtsbewegung der PVC-Notierungen. In wenigen Fällen wurden Preisanpassungen von -5 EUR/t berichtet. Derweil rutschten die Spotnotierungen deutlich nach unten. Die Situation der europäischen Anbieter dürfte auch im November unbehaglich bleiben. Der Rückgang des Ethylens um -25 EUR/t könnte für eine leichte Verbesserung der Margen sorgen, wenn die Preise für PVC auf Vormonatsniveau fortgeschrieben würden. Mit Blick auf die umkämpften Mengen im Rahmen der Jahresgespräche scheint dies jedoch unwahrscheinlich. Unterdessen präsentierte sich der europäische PVC-Markt im Oktober 2025 weitgehend stabil, wenn auch unter anhaltendem Druck von der Angebotsseite. Die Preisentwicklung verlief uneinheitlich: Während sich die Kontraktnotierungen zumeist seitwärts bewegten, gaben einzelne Spotpreise zum Teil deutlich nach.

PS: Der Trend hält an: Im Oktober 2025 haben die Preise für Styrolkunststoffe bereits den siebten Monat in Folge nachgegeben. Stete Rückgänge der Styrol-Kontraktreferenz und die dauerhaft schwache Nachfrage bereiteten den Weg nach unten. Auch wenn sich die Mengenabrufe im Oktober leicht verbessert zeigten, lag der Bedarf an Polystyrol, EPS und ABS weiterhin deutlich unter jeglichem Normalniveau. Daran wird sich auch im restlichen Jahresverlauf aller Voraussicht nach nichts ändern. Und weil auch die Styrol-Referenz im November weiter nach unten tendierte (-17 EUR/t), wird sich die Talfahrt der Styrol-Notierungen wohl fortsetzen – und einen achten Monat in Folge Bestand haben.

PET: So trist wie das Wetter zeigte sich der europäische PET-Markt im Oktober 2025. Die Abnehmer hatten wegen der anhaltend geringen Nachfrage aus den Endmärkten keinerlei Druck, ihre Lager zu füllen. Die stark taumelnden europäischen Erzeuger mussten mit teils desaströsen Kampfpreisen den enttäuschend geringen Absatz sichern. „Krise“ wurde zum großgeschriebenen Wort der Stunde. Mit den angebotenen Abschlägen rutschten die Notierungen wie erwartet meist in den dreistelligen Bereich. An den trüben Marktbedingungen hierzulande wird sich wohl kaum etwas ändern. Dennoch ist nur noch von geringfügigen Abschlägen bei PET auszugehen, denn die preisliche Talsohle ist weitgehend erreicht.

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