• Mauer Dezember mit Unsicherheit für Januar
  • Nachfrage erholt sich nicht

PE: Es fiel den Verarbeitern meistens leicht, den Bestrebungen der Erzeuger zu trotzen, die ihre Preise anheben wollten. Im Ergebnis der Verhandlungen stand oft Preisstabilität – aufgrund des Rollovers beim Vorprodukt Ethylen sowie mauer Abrufe. Nach wie vor sind es Importmengen, die verhindern, dass der Markt trotz der andauernden Drosselungen der europäischen Anlagen in die Balance findet. Wie zum Jahresende üblich, stellten vielerorts die Verarbeiter ihre Produktionen nach der Monatsmitte ab und begannen mit Wartungs- und Inventurarbeiten. Nicht selten wurden Teile der Belegschaft schon früh in die Weihnachtsferien geschickt.

Die Frage, die alle Akteure beschäftigt, lautet: Wie geht es 2026 weiter? Das große Segment der Verpackungen sorgt zwar fortlaufend für recht stabile Abrufe. Aber fast alle Verarbeiter wollen das benötigte Material am liebsten auf den letzten Drücker und so günstig wie möglich einkaufen, um gegenüber der heimischen Konkurrenz einen Vorteil zu haben und wenigstens im Ansatz mit den Billigpreisen aus Asien mithalten zu können. Die Aussichten, dass es ihnen gelingt, sind jedoch: schlecht.

PP: Dem einen oder anderen Akteur dürfte es wohl recht sein, dass das Jahr 2025 endlich zu Ende ist. Zumindest gab man sich an den Verhandlungstischen größte Mühe, die Monatsgespräche für Dezember schnell abzuschließen. Die Abschlüsse folgten oftmals der Vorgabe des Vorprodukts Propylen und hielten die Preise auf Vormonatsniveau. Wer noch Material kaufte, tat dies zumeist, um noch Mengen für seinen Jahresbonus zu erreichen – und auch nur im Gegenzug für weitere Preiszugeständnisse.

PS: Im Dezember 2025 hat die acht Monate währende Abwärtsbewegung der Preise für Styrolkunststoffe ein Ende gefunden. Die Nachfrage nach Styrolkunststoffen blieb insgesamt dünn. Zwar fielen die Bestellungen bei Polystyrol nicht ganz so schlecht aus wie erwartet, aber bei ABS und EPS hatten die Bedarfe weiterhin viel Luft nach oben. Denn zu der mauen Konjunktur gesellten sich die geringe Zahl der Produktionstage, weil viele Betriebe verlängerte Werksferien einlegten, sowie der Umstand, dass viele Verarbeiter den Aufbau von Lagerbeständen aus bilanziellen Gründen scheuten.

Im Januar werden die Preise für Polystyrol und EPS wohl erneut leicht anziehen, nachdem der Kontraktpreis für Styrol abermals etwas zugelegt hat (wieder +21 EUR/t). Bei ABS dürfte es hingegen wohl wieder auf einen Rollover hinauslaufen, da die Rückgänge von Butadien (-20 EUR/t) und ACN (-36 EUR/t) die Aufwärtsdynamik von Styrol egalisieren. In Anbetracht der üppigen Versorgungslage sind aber auch geringfügige Abschläge nicht ausgeschlossen.

PET: Wie zu erwarten, tat sich im europäischen PET-Markt im Dezember 2025 wenig. Die Nachfrage blieb wie gehabt schwach, die Geschäfte verliefen entsprechend flau. Alle Blicke waren längst auf das Jahr 2026 gerichtet. Unter dem Strich führte die Lage weit überwiegend zu besonnenem Rollover.

Für den Jahresbeginn erwartet niemand einen großen Schub. Abwarten und Teetrinken lautet die Devise. Von Seiten großer Abnehmer ist zu hören, dass sie gezielt Material aus europäischer Produktion kaufen wollen, um sich unabhängiger von Importen aus Asien zu machen und so ihre Versorgungsstabilität zu erhöhen. Insgesamt wird es im Januar wohl nur geringe Änderungen geben.

PVC: Die Preisentwicklung der PVC-Notierungen orientierte sich stark an der Bewegung des Vorprodukts Ethylen. Entsprechend wurde der Monatskontrakt für PVC im Rollover geschlossen. Für Dezember gab es sonst ohnehin nicht viel zu besprechen, vielmehr widmete man sich schnell den Jahresgesprächen für 2026. Das Angebot war mehr als ausreichend, die Nachfrage entsprechend des Jahresendes sehr gering.

Angesichts der schwierigen Lagewerden Erzeuger versuchen, den Rückgang des Ethylen im Januar von 25 EUR/t nicht weiterzugeben – zumal die neuen Startpreise für 2026 bereits eine Anpassung nach unten bedeuten.

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