• Anhebungswelle schwappt breitflächig durch den Markt
  • Polyamide schießen den Vogel ab
  • Im April sind nochmals Steigerungen zu erwarten
  • Autriebsdruck wirkt nach

Im März 2017 wurde der europäische Markt für technische Thermoplaste wie prognostiziert weiter breitflächig von der seit Jahresbeginn rollenden weltweiten Kostenwelle überschwemmt. Die Notierungen aller berichteten Sorten und Typen zogen meist deutlich, zumindest aber moderat an. Den Vogel schossen diesmal vor allem die Polyamide ab, wo sich die Aufschläge bis auf 200 EUR/t und mehr beschleunigen konnten. Die Preise für die allermeisten Vorprodukte in den PA-Strecken waren in den Vorwochen weltweit derartig explodiert, dass unter dreistelligen Anhebungen noch nicht einmal die Augenbrauen gehoben wurden. Die moderatesten Anhebungen sahen die PBT-Qualitäten, bei denen sich der Eindruck des Windschattensegelns aufdrängt. Bei PMMA dagegen verschärfte sich die Situation nochmals spürbar.

Das commoditynahe ABS markierte aufgrund der gestiegenen Kompositkosten abermals dreistellige Aufschläge, die Preise kletterten auf ein neues Allzeithoch.

Die substanziellen Aufwärtsschritte bei PP-Compounds in den letzten Wochen setzten sich im März fort. Beide Abnehmerfraktionen – sowohl mit traditioneller C3-Bindung sowie mit Orientierung an Standard-PP – mussten Aufschläge hinnehmen, die über den Monomer- respektive Rohmaterialkosten lagen. Vornehmlich der Automobilbau zeigte sich als starker Treiber. Der anhaltende Preisauftrieb und die damit verbundenen Sicherungskäufe sorgten für zusätzliche Dynamik.

Auch wenn vor allem aus Asien deutliche Zeichen einer Trendwende etwa in den Aromatenstrecken kommen, dürften die Preise für technische Thermoplaste im April in Europa nochmals aufwärts streben. Zu stark waren die Kostensteigerungen der Vormonate. Zudem werden gestiegene Quartalsabschlüsse für Antrieb in den frei verhandelten Monatsmärkten sorgen. Unendlich aber wird auch diese Preisrallye nicht sein, auch wenn es bisweilen so gefühlt wird. In den späteren Frühling hinein dürften sich die Wogen legen. Deutliche Korrekturen sind im April hingegen beim ABS zu erwarten, dessen Haupt-Kostentreiber Styrol die bisherige mehrmonatige Hausse mit einem heftigen Preissturz beendete.

Einen weiteren Fensterwechsel bei PP-Compounds initiiert der nur leichte Anstieg bei C3 Anfang April nicht. Entsprechend fixierte Verträge dürften auf einen Rollover hinauslaufen. Das gilt jedoch nicht für die an Standard-PP orientierten Abnahmen, bei denen moderate Steigerungen zwischen +30 und +50 EUR/t erwartet werden.

    Der GKV ist die Spitzenorganisation der deutschen Kunststoff verarbeitenden Industrie. Als Dachverband bündelt und vertritt er die gemeinsamen Interessen seiner Trägerverbände und agiert dabei als Sprachrohr gegenüber Politik und Öffentlichkeit.

    Die Kunststoff verarbeitende Industrie ist mit einem Jahresumsatz von 56,2 Mrd. € und 299.000 Beschäftigten in 2.825 Betrieben einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige in Deutschland.

    Die vorwiegend mittelständisch geprägte Branche zeichnet sich durch hohe Innovationskraft und eine vielfältige Produktpalette aus. Kunststoffe werden zu Verpackungen, Baubedarfsartikeln, technischen Teilen, Halbzeugen, Konsumwaren und vielen anderen Produkten verarbeitet.

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