• Abnahmetief lässt Margenträume bei Polyolefinen platzen
  • PS gibt Kostensenkung weiter
  • PVC und EPS mit Zugewinnen
  • Tendenzen zum Überangebot
  • Wendepunkt erreicht

Im zur Überversorgung tendierenden westeuropäischen Markt für Standard-Thermoplaste orientierten sich im April 2012 die Veränderungen überwiegend am jeweiligen Kostenverlauf. Überrascht von gering ausfallenden Abnahmen mussten die Produzenten überwiegend auf Margenzugewinne verzichten oder zumindest wie bei PVC drastisch eindampfen. PET geriet wie erwartet in Folge der in den Vorwochen schwachen asiatischen Polyester-Märkte auf die Abwärtsbahn.

Die Verteuerungen bei Ethylen (C2) von 40 EUR/t und bei Propylen (C3) von 50 EUR/t nahmen die Anbieter zum Anlass für Forderungen bei den Polyolefinen bis zu +75 EUR/t. Von Ausnahmen abgesehen häuteten aber die Verarbeiter den Wunsch meist bis auf den Kostenkern ab. Vom Glauben an eine an Fahrt gewinnende Bausaison nach Ostern ließen sich die PVC-Produzenten zu Forderungen meist von +70 EUR/t verleiten, in einem Falle sogar von +125 EUR/t. Durch die schwachen Abnahmen wurde die Steigerung jedoch auf im Schnitt 50 EUR/t heruntergekocht. Bis auf einen kleinen Einbehalt für schlagfestes PS mussten die PS-Hersteller den angestrebten Rollover und die Kostenentlastung bei SM von 34 EUR/t wohl oder übel weitergeben. Bei EPS dagegen konnten die Produzenten den Rollover und damit leichte Margenzugewinne ins Ziel retten. PET ließ mit den gesunkenen PX- und MEG-Kosten zwischen 50 und 70 EUR/t nach.

Wegen des Preishochs und der Feiertage fiel der Bedarf durch die Bank deutlich schwächer als gedacht aus. Das Angebot zeigte so keine gravierenden Engen mehr auf. Auf der Nachfrageseite sahen sich die Polyolefinhersteller mit rund 30 Prozent geringeren Abrufmengen als üblich konfrontiert. Selbst das eigentlich im Saisonaufwind stehende PVC und EPS floss in spürbar geringeren Mengen als erwartet ab. Wegen der schwachen PS-Abnahmen haben sich hier je nach Quelle die Lagerreichweiten signifikant ausgedehnt. Auch die PET-Märkte zeigten sich schwach, das Material steht trotz Drosselungen deutlich und anhaltend im Überangebot.

Der Ethylenkontrakt für Mai ließ lediglich um 20 EUR/t (-2 Prozent) nach, obwohl die Spotpreise im Aprilverlauf mit 4 Prozent doppelt so stark gefallen waren. Nicht minder enttäuschend fällt mit 15 EUR/t der Rückgang bei Propylen aus, verglichen mit den im Aprilverlauf um rund 50 EUR/t gesunkenen Spotpreisen. Da der Basisrohstoff Naphtha Ende April rund 5 Prozent unter dem Stand von vier Wochen zuvor notiert, bedeutet dies eine abermalige Steigerung der nominalen Crackermargen. Bis Redaktionsschluss hielten sich die Polyolefinanbieter mit Stellungnahmen zurück. Trotz des Gegenwindes aus guter Verfügbarkeit und verhaltenen Abrufen ist bei PE und PP wohl die harte Verteidigung des Rollover zu erwarten. Mit neu gestärktem Saisonbewusstsein versuchen die PVC-Hersteller mit Forderungen von +50 EUR/t die desillusionierende Erfahrung aus dem Vormonat abzuschütteln. Dem bis zum Redaktionsschluss wie mittlerweile üblich noch großen Unbekannten, dem Styrolkontrakt (SM), schießt das im Mai um 58 EUR/t verteuerte Benzol die Gasse frei. Der damit auch im Styrolkontrakt zu erwartende Zuwachs könnte die April-Verbilligung wohl wieder rückgängig machen. Bei EPS könnte angesichts saisonaler Treiber zumindest die Kosteneinpreisung noch klappen. Trüber sieht das Unterfangen bei den teils mit Übermengen kämpfenden PS-Produzenten aus. Je nach Kostenentwicklung wird das auf sehr schwachen Füßen stehende PET nachgeben.

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Standard Thermoplaste August 2015

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